Josef Váchal (1884 - 1969) SCHALE

Anfang d. 20. Jahrhunderts
Keramik, koloriert
7,5 x 12 cm (h x b)
Signiert: An derUnterseite gekennzeichnet und signiert mit „Jv“

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Diese einzigartige Keramikschale gehört zu einer Sammlung von Gebrauchs- und rituellen Gegenständen (kleine Götterfiguren und Keramiken), die Josef Váchal zu Lebzeiten für sich geschaffen hatte. Die Oberfläche der Schale ist mit bunten symbolistischen Motiven und Figuren in der Natur bemalt. An den Seiten sind auch drei Tierköpfe abgebildet, deren Schnauzen gleichzeitig plastische Füßchen bilden.

Der Maler, Grafiker, Illustrator, Bildhauer und Dichter Josef Váchal stach als origineller Gestalter insbesondere in der Technik des farbigen Holzschnitts hervor, mit dem er bei diversen Ausstellungen im Ausland – in Köln am Rhein oder bspw. in Florenz Interesse erweckte. Er war gelernter Buchbinder und hatte die Privatschule von Antonin Kalvoda besucht. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in Abgeschiedenheit und Armut. Er ging immer mutig seinen eigenen Weg, ungeachtet des Spottes und der Verachtung, der hierfür von Kunstkritikern erntete. Dieser originelle, von den Grundsätzen des Symbolismus ausgehende Künstler war Gründungsmitglied der Gruppierung Sursum, die sogar mit den Impulsen des Expressionismus umzugehen verstand. Seine originelle Vorstellungskraft wuchs aus seiner Beklommenheit, seiner Angst vor dem Unbekannten und seinen Tagebucheinträgen nächtlicher visueller und Geräuschhaluzinationen. Er schwankte sein Leben lang zwischen Glauben und Häresie, und in seinem Werk spiegelte sich sein Interesse an Spiritismus, okkultem Wissen und Theophilie wieder.