Lot 02
NICHOLAS COPERNICUS (1473 - 1543) DE REVOLUTIONIBUS ORBIUM COELESTIUM

Rufpreis
1 900 000 CZK
   |   74 510 EUR
Erzielter Preis
2 000 000 CZK
   |   78 431 EUR
preis ohne Aufpreis
Folio, klein: 27,5 x 20 x 3 cm Kopernikus‘ Werk “Über die Umschwünge der himmlischen Kreise“ beschließt die tausendjährige Herrschaft des geozentrischen Weltbilds von Ptolemäus. Sie stellt die Sonne in den Mittelpunkt des Universums, denn dieses Modell entspricht besser den Messungen und Beobachtungen, die lange Zeit die Phänomene am Himmel nicht erklären konnten. Nach dem heliozentrischen Verständnis sind die Planeten Kugeln, die sich einerseits auf Kreisbahnen um die Sonne drehen, die das Zentrum des Universums ist, und andererseits gleichzeitig auch um ihre eigene Achse. So beschreiben sie die Oberfläche eines Kegels. Diese Bewegung wurde als präzise bezeichnet. Der Text wird durch viele exakte Berechnungen und Tabellen unterstützt. Eine derart grundlegende Umkehr des Verständnisses davon, wie das Universum funktioniert, war für die damalige Gesellschaft und ihre verfestigten Gewohnheiten unannehmbar. Seitens der Kirche wurde das Buch verboten, und selbst Reformer wie Martin Luther und Philip Melanchthon lehnten sie ostentativ ab. Die “Narratio prima“ des Mathematikers, Astronomen und Kopernikus-Unterstützers Georg Joachim von Laugen (1514-1574), der auch unter dem Namen Rheticus bekannt war, trug wesentlich dazu bei, Kopernikus' langes und heftiges Zögern hinsichtlich der Veröffentlichung dieses Buches zu zerstreuen. Sie ist Kopernikus‘ Werk als abschließender Teil beigefügt. Das Einwirken von Rheticus hatte entscheidenden Einfluss auf Kopernikus‘ Überlegungen und die schwierige Entscheidung, mit diesem Text an die Öffentlichkeit zu gehen und die nicht dem damaligen Standpunkt der Kirche entsprechende These zu verteidigen. Die besser und exakter definierten Phänomene auf der Erde und im Universum wurden später zur Grundlage für genauere geometrische Koordinaten, den Fortschritt in Trigonometrie und Navigation, eine genauere Zeitmessung und führten zu einer Reform des Kalenders. Diese Faktoren trugen nachfolgend auch zur Entwicklung der Seefahrt, zur Meeres- und Landerforschung und zu einem außergewöhnlichen Aufblühen des Welthandels bei. Der direkte, aber auch der indirekte Einfluss der Prinzipien von Kopernikus beendete die mittelalterliche Ordnung und läutete die Geburt der neuen Welt ein. Wenngleich seine Thesen heute in Einzelheiten überwunden sind, dienten und dienten sie bis heute, ins 21. Jahrhundert, als wichtige Quellen im Studium der theoretischen Mathematik, der Relativitätstheorie und bei der Beurteilung der Stellung eines Beobachters in Bezug auf seine Umgebung. Sie sind nach wie vor der Grundstein der menschlichen Erkenntnis. Dieses Buch gelangt nur sehr selten in einer Auktion oder anderweitig in den direkten Verkauf. Insgesamt gibt es nur ca. 400 Exemplare, die ob ihrer Bedeutung weltweit langfristig praktisch nicht auf den Markt gelangen. 6 nicht nummerierte Blätter, 213 nummerierte Blätter und 1 nicht nummeriertes Blatt. Wiederholte Druckermarke auf dem Titelblatt und auf dem letzten Blatt; viele astronomische und geometrische Holzschnitt-Diagramme im Text; Initialen und gerahmte Tabellen. Das Blatt Nr. 27 ist fälschlicherweise als Blatt 32 paginiert, und das Blatt Nr. 73 als Nr. 65, was übrigens bei den anderen bekannten Exemplaren nicht anders ist. Zeitgenössische flexible Pergamentbindung mit handgeschriebenem Titel auf dem Rücken; Lederbänder aus späterer Zeit. Zustand des Exemplars: Das Titelblatt weißt oben eine Bräunung auf, oben links findet sich ein fachgerecht restaurierter Riss in dem Papier. Unten findet sich ein Evidenzeintrag in Tusche. Die folgenden fünf nicht nummerierten Blätter haben einen Längsfleck entlang des Rückens, der allerdings nicht in den Text hineinreicht, mit Ausnahme des ersten Blattes nach dem Täter, wo der Fleck in den Text hineinreicht. Text und Gravuren, wie immer, stellenweise auf der Rückseite teilweise sichtbar. Der gesamte Textblock ist in ausgezeichnetem, kompaktem, Originalzustand; einige Blätter sind leicht gebräunt. Keine weiteren Erhaltungsmaßnahmen; breite Blattränder ohne Randbereiche, neuere Vorsätze, sauber. Insgesamt ist das Exemplar in sehr gutem Zustand. Herkunft: Josef Jan Fric (1861 Paris - 1945 Prag), böhmischer Industrieller, Mechaniker, Optiker und Fernglashersteller, Astronom und Gönner. Im Jahre 1898 kaufte er ein Grundstück in der Nähe des Dorfes Ondrejov in Mittelböhmen, wo er eine Sternwarte errichtete und 1928 der Tschechoslowakischen Republik schenkte. Nach den Angaben seiner Erben blieb das Buch nach dem Tod von Fric im Besitz der Familie. Die unten auf dem Titelblatt in Bleistift vermerkte Evidenznummer dürfte er selbst mit der Hand geschrieben haben. Weiteren Aufschriften bzw. Einträge gibt es nicht. Seine früheren Besitzer sind nicht bekannt.

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