Lot 31
Jan Václav Mrkvička (1856 - 1938) ZEICHNUNGS-SKIZZENBUCH – PORTRÄTSTUDIEN

An der Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert
Bleistiftzeichnungen auf Handpapier
26 x 20,5 cm (h x b)
Auf der ersten Zeichnung in kyrillischer Schrift signiert: „IRM“

Rufpreis
10 000 CZK
   |   392 EUR
Erzielter Preis
550 000 CZK
   |   21 569 EUR
preis ohne Aufpreis

Der Maler IVAN MRKVIČKA (bulgarisch Иван Мърквичка) war gebürtiger Tscheche und gilt als einer der Begründer der modernen Malerei Bulgariens. Er leistete einen wichtigen Beitrag zum künstlerischen Leben in Bulgarien, das sich erst kürzlich, Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts aus der türkischen Vorherrschaft befreit hatte. Er stammte aus dem Ort Vidim bei Dubá und hatte an der Akademie in Prag und München studiert. Mrkvička kam 1881 auf Einladung der damaligen Regierungvon Ostrumelien nach Philippopolis, das heutige Plovdiv. Er war hier als Zeichenlehrer am Gymnasium tätig und arbeitete mit den bedeutendsten Kulturschaffenden der Stadt zusammen: Ivan Vazov, Konstantin Velichkov, Petko Karavelov und Petko Slaveykov. Im Jahr 1889 ließ er sich in Sofia nieder, und 1896 war er einer der Gründer der Nationalen Kunstakademie. Mrkvička beherrschte die klassischen Mal- und Zeichentechniken hervorragend, erzielte die wichtigsten Erfolge durch festgehaltene Alltagsszenen, malte aber auch Bilder mit historischen Themen und er schuf zahlreiche hochwertige Porträts (bspw. von Zar Ferdinand   oder Zarin Eleonora). Er war einer der Schöpfer des damaligen Wappens von Bulgarien und des Wappens von Sofia. Im Jahr 1918 wurde er Mitglied der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. 1921 kehrte er aus Bulgarien in die Tschechoslowakei zurück. Hier widmete er sich hauptsächlich der Porträtmalerei, u. a. auch bedeutender Politiker. Eine Reihe von Mrkvičkas Bildern ist im Eigentum der Stadtgalerie von und in Sofia sowie der Prager Nationalgalerie. Das Skizzenbuch enthält siebzehn Bleistiftzeichnungen mit Porträts von Menschen, einige in bulgarischer Tracht, wo Namen hinzugefügt sind, wurde die kyrillische Schrift verwendet.