Lot 07
Johannes Spilberg JUDIT MIT DEM KOPF DES HOLOFERNES

192 x 152 cm (h x b)

Rufpreis
7 000 000 CZK
   |   259 259 EUR
Erzielter Preis
9 400 000 CZK
   |   348 148 EUR
preis ohne Aufpreis

Dieses großflächige Gemälde ist eine wahre Rarität auf dem tschechischen Markt für alte Kunst. Das Werk mit dem alttestamentarischen Thema der Jüdin Judith mit dem abgeschnittenen Kopf des Führers des Nabukadnezar-Heeres, Holofern, hat eine interessante und belegbare Geschichte. Der englische König Karl II. erhielt dieses Bild vom General aus Amsterdam als Geschenk. Daraufhin befand es sich bis zum Jahr 1894, in dem es Königin Viktoria ihrer Enkelin, der Prinzessin Alice von Hessen als Brautgeschenk zu deren Vermählung mit dem russischen Zaren Nikolaus II. machte, in englischen königlichen Sammlungen. Später schenkte der Zar es dem Fürsten und Sammler Daniel Semyonovich Argutinsky für seine treuen Dienste, der es wiederum seiner Tochter Yelena Danilovna Pavlovich (geborene Argutinskaya) vermachte. Yelena Danilovnas Familie brachte das Kunstwerk nach Wladiwostok, von wo aus es die Tochter 1925 nach Prag brachte. Als die Familie nach Prag emigrierte brachte sie Zeugenberichten zufolge weitere sehr wertvolle Bilder mit. Dass dieses Werk von Johannes Spilberg stammt, ließ sich durch Nachforschungen in Archiven und auch durch eine kunsthistorische Vergleichsanalyse seiner Handschrift nachweisen. Spilberg stammte aus Düsseldorf, wo er bei seinem Vater Malerei zu studieren begann. Später, im Jahr 1640 sandte ihn dieser nach Antwerpen zu Rubens, der jedoch starb, und der junge Spilberg setzte somit seine Studien in Amsterdam fort. Hier lernte er sieben Jahre lang bei Govaert Flinck, dem einzigen direkten Schüler von Rembrandt. Daher gilt er als Rembrandts Schüler ‘der zweiten Generation‘. Nach seinem Studium ging er nach Düsseldorf zurück, wo er als Familien-Portrait-Maler am Hof des pfälzischen Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz tätig wurde. Die Hauptwerke entstanden aber vermutlich eben während seines Aufenthalts in Amsterdam. Die Thematik großer Gemälde war aus bildnerischer Sicht interessanter, er bildete mythologische Szenen mit reichen figuralen Kompositionen ab, bediente sich einer kräftiger Farben und konzentrierte sich auf Details. Die Werke von Spilberg sind heute in den wichtigsten Galerien weltweit vertreten. Das angebotene Gemälde wird von einem Fachgutachten von Prof. Lubomír Konečný, Dr. Martin Zlatohlávek, einer Röntgenanalyse von Ing. B. Štverák CSc. und einem gerichtlich beglaubigen Ursprungs- und Geschichtsgutachten begleitet.